Medizinische Aspekte der Physik
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Biomechanik
Allgemein
Die Biomechanik überträgt die Prinzipien der Mechanik auf den
lebenden Organismus. Sie beschreibt die Wechselbeziehung zwischen mechanischer
Beanspruchung speziell der Binde- und Stützgewebe und ihrer Struktur. Die Theorie der
kausale Histogenese besagt, die Entwicklung und Formbildung der verschiedenen Binde-
und Stützgewebe werde durch die Art der zu erwartenden und sich momentan auswirkenden
Kräfte entscheidend bestimmt. So stimulieren zum Beispiel Dehnungskräfte die Entwicklung
von Bindegewebsfasern aus Mesenchym und Kompressionskräfte (allseitiger Druck) die
Entstehung von Knorpelgrundsubstanz, die später Knochen zu werden kann. Viel Raum für die Kombination von Mechanik und Biomechanik bietet der menschliche Bewegungsapparat.
Abbildung
1: Schema der kausalen Histogenese
Material
Gewöhnliches technisches Baumaterial verhält sich mechanisch
ausschließlich passiv. Biomaterialien (Bindegewebe, Knorpel, Knochen) hingegen
reagieren aktiv auf äußere und innere Belastungen. Somit ist ein funtionelle Anpassung
möglich.
Bindegewebe
Bindegewebe hat die Fähigkeit, seine Extrazelluläre Matrix
(Kollagen, Elastin, Fibronektin) je nach Zweckmäßigkeit und Belastung zu orientieren.
Man unterscheidet lockeres (faserarmes) und straffes (faserreiches) Bindegewebe:

Knorpel
Man unterscheidet histologisch Hyalinknorpel, Faserknorpel und elastischen Knorpel.
Physikalisch sind die Knorpeltypen in ihrer unterschiedlich stark ausgeprägten Funktion
als Gelenkknorpel interessant.
Knochen
Beim Erwachsenen besteht das Skelett zum größten Teil aus Knochengewebe.
Trotz eines 60-70%igen Anteil anorganischer Substanzen, findet auch hier permanenter Umbau
und funktionelle Anpassung statt.
Anwendungsbeispiele
Übersicht