previousupnext Vorlesung Physik - Fluide Medien physik.gif (1887 Byte)

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Oberflächenspannung und -energie

Stoffe verschiedener Dichte (z.B. Öl-Wasser oder Flüssigkeit und Gas) sind durch Grenzflächen getrennt. Diese Grenzflächen, bzw. Oberflächen zeigen besondere Eigenschaften, von denen die Oberflächenspannung näher behandelt werden soll.
Ursache für die Oberflächenspannung sind Wechselwirkungen zwischen den Flüssigkeitsmolekülen (Molekularkräfte), die sich in der Regel gegenseitig anziehen. Es bestehen Wechselwirkungen zwischen einem Molekül im Innern der Flüssigkeit und allen benachbarten Molekülen. Die resultierende Kraft ist im Mittel Null und das Molekül befindet sich im Gleichgewicht. Betrachten wir ein Molekül an der Flüssigkeitsoberfläche, so fehlt ein Teil der Wechselwirkungen mit anderen Molekülen. Zwar findet eine Wechselwirkung mit den Molekülen des darüberliegenden Gases bzw. Dampfes statt, doch sind diese Kräfte i.a. schwächer. Als resultierende Kraft wirkt auf das Molekül an der Oberfläche also eine nach innen, senkrecht zur Oberfläche gerichtete Kraft.

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Abbildung: Ein Molekül an der Oberfläche erfährt eine resultierende Kraft, die senkrecht zur Oberfläche nach innen gerichtet ist.

Um ein Molekül aus dem Inneren der Flüssigkeit an die Oberfläche zu bringen, muß gegen die Resultierende der Molekularkräfte Arbeit geleistet werden, d.h. es bedarf einer zusätzlichen Energie. Der umgekehrte Vorgang ist mit einem Gewinn von Energie verbunden. Diese Energie wird Oberflächenenergie genannt.
Es gilt also: Oberfläche enthält Energie!
Die Oberflächenkräfte können gemessen werden. Im Prinzip geschieht dies über eine Oberflächenvergrößerung, da zur Vergrößerung der Oberfläche Energie notwendig ist.

 
Abbildung: Bestimmung der Oberflächenspannung einer Flüssigkeit.

 

 

 

Die Oberflächenvergrößerung ist tex2html_wrap_inline8411, die damit verbundene Arbeit

equation1458

Es wird nun eine spezifische Oberflächenenergie definiert:

equation1460

Die spezifische Oberflächenenergie wird auch als Oberflächenspannung bezeichnet. Beide Ausdrücke sind bei Flüssigkeiten gleichberechtigt.
In der Praxis wird zur Messung ein ringförmiges Blech mit dem Umfang U langsam aus dem Wasser gezogen und die nötige Kraft gemessen.
Die Oberflächenspannung ergibt sich dann zu. Der Literaturwert für reines Wasser ist . Gesehen werden kann weiterhin die Unabhängigkeit der Oberflächenspannung von der Größe der Oberfläche, d.h. Höhe der Flüssigkeitslamelle (Unterschied zur elastischen Spannung einer Gummimembran).
Die Größe der Oberflächenspannung ist abhängig von der Molekülart und somit für jeden Stoff verschieden. Durch Zugabe einer oberflächenaktiven Substanz (Spülmittel) kann z.B. die Spannung reduziert werden. Wir werden auf diesen Punkt noch näher eingehen, da er auch in der Physiologie eine wichtige Rolle spielt.
Beispiele für Oberflächenspannungen:


 


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Wed Aug 28 17:20:38 GMT+0100 1996